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Politische Gestaltung aus Quellen der Tradition: Horace Kallens Pluralismuskonzept und das Schlüsseljahr 19181

Seine Idee des Kulturellen Pluralismus entwickelte der Sozialphilosoph Horace Meyer Kallen (1882–1974) während des Ersten Weltkriegs.2 Die meistrezipierte und gleichsam als ikonisch geltende Formulierung seines Pluralismuskonzepts ist der 1915 in der Zeitschrift The Nation in zwei Teilen publizierte Essay »Democracy versus the Melting-Pot.«3 Tatsächlich waren hier bereits die zentralen Elemente von Kallens Idee des Cultural Pluralism versammelt, wenngleich er diesen Begriff erst in einem einleitenden Text seiner Essaysammlung Culture und Democracy in the United States aus dem Jahr 1924 benutzte, der auch den Aufsatz von 1915 beinhaltete.4

In diesem Text wandte sich Kallen gegen nativistische Positionen und kritisierte zugleich die Vorstellung von Amerika als ›The Melting Pot‹, die durch das gleichnamige Theaterstück von Israel Zangwill (1864–1926) aus dem Jahr 1908 an Popularität gewonnen hatte.5 Amerikanische Demokratie erfordere, Kallen zufolge, nicht die Angleichung an eine angelsächsisch-protestantische kulturelle Norm, sondern die Kultivierung von Differenz. Die einzelnen amerikanischen ethnischen und religiösen Gruppen müssten nicht im Schmelztiegel der Neuen Welt ihre Besonderheiten verlieren, sondern könnten gerade in der Vielfalt die Einheit Amerikas als Nation der Nationen bilden. Das in ihr angelegte Prinzip e pluribus unum interpretierte Kallen mithilfe der Metapher des Orchesters. Jede kulturelle Gruppe solle gleichermaßen in ihrer jeweils eigenen Klangfarbe und Tonalität an der Aufführung der Sinfonie Amerikas mitwirken.6 Der jüdischen historischen Erfahrung und diasporischen Kondition maß Kallen exemplarische Bedeutung zu. Aus ihnen rührten eine exzeptionelle Erwartung der Juden und Loyalität gegenüber Amerika. Zugleich sei sich diese Gruppe am stärksten ihrer Zusammengehörigkeit bewusst und auf die Wahrung kultureller Autonomie bedacht.7

Analog zu seinem Konzept des kulturellen Pluralismus machte Kallen während des Ersten Weltkriegs Vorschläge zur Nachkriegsordnung. Im Folgenden sollen diese zunächst anhand seiner Schrift The Structure of Lasting Peace aus dem Jahr 1918 in den Blick genommen werden. Daraufhin gilt es, sich in einem zweiten Schritt dem Werk- und Erfahrungskontext zuzuwenden, um dabei zugleich die Tradition zu verdeutlichen, auf die sich Kallen bezog. Ein dritter und letzter Teil zeigt schließlich die Übertragung seiner um 1918 entwickelten pluralistischen Konzeption in die 1950er Jahre hinein auf. Damit wird auch ein besonderes Forschungsinteresse vorgestellt, das auf Transformationen von Kallens Ideen ausgerichtet ist, die in einem konstitutiven, mit der »Chiffre 1918« verbundenen historischen Moment maßgeblich geprägt 
wurden.


1. Globaler Frieden aus dem Prinzip der Nationalität


Kallen gehörte der im September 1917 im Auftrag Woodrow Wilsons (1856–1924, US-Präsident 1913–1921) von Edward Mandell House (1858–1938), dem wichtigsten diplomatischen Berater des Präsidenten während des Ersten Weltkriegs und bei der Pariser Friedenskonferenz, einberufenen Gruppe von Akademikern an, die unter dem Namen ›The Inquiry‹ Pläne zur Nachkriegsordnung entwarfen.8 Seine Schrift The Structure of Lasting Peace: An Inquiry Into the Motives of War and Peace besteht zum Teil aus Texten, die seit Ende 1917 in der Zeitschrift TheDial erschienen waren.9 Mit diesen warb er für die Unterstützung Wilsons bei der politischen Realisierung seiner Vorstellungen von einer anzustrebenden Friedensordnung.10 Insofern klingt vieles vertraut. Zugleich war das Programm Kallens radikaler, nicht nur hinsichtlich der erwünschten politischen Aktivierung von Bevölkerungsgruppen, sondern insbesondere mit Blick auf sein Verständnis nationaler Selbstverwirklichung. Es handelte sich um ein Programm, das von einem teils vorliegenden und teils zu vollziehenden Bruch mit außenpolitischen und diplomatischen Traditionen ausging. Insofern sowohl der Krieg als auch die Friedensbemühungen präzedenzlos seien, wären Staatsmänner und Diplomaten ungeeignet zur Erarbeitung eines bleibenden Friedens. Schließlich sei es ihre Gewohnheit, Urteile gleichsam rückwärtsgewandt zu fällen und sich auf ein internationales Recht zu berufen, das kaum diesen Namen verdiene.11 An den Verhandlungstisch sollten, Kallen zufolge, intellektuell führende Persönlichkeiten entsandt werden, »men of international mind«, wie John Dewey (1859–1952) oder Thorstein Veblen (1857–1929), die ebenfalls Pläne zur Nachkriegsordnung entworfen ­hatten.12

Den Ausgangspunkt der Neuordnung, so schlug Kallen vor, möge die Anwendung von Nationalität als konstitutives Prinzip bilden. Anstelle der Sorge um ein Gleichgewicht der Mächte, müsse deren Verschränkung in einer internationalen Organisation das Ziel sein. So plädierte Kallen für einen Bruch mit der bisherigen Ordnung auf der Grundlage einer neuartigen Anerkennung und Orchestrierung von Nationalitäten. Man mag hier zunächst an Wilsons Rede vom Selbstbestimmungsrecht der Völker denken, auf das sich die Begründung von Nationalstaaten nach ethnischen Maßgaben berief. Hiervon aber war Kallen weit entfernt. Er unterschied strikt zwischen Nationalität und Staat und verwies dabei nicht zuletzt auf die diasporische Kondition der jüdischen Nation als Paradigma. Selbstbestimmung der Nationalitäten bedeutete bei Kallen nicht die Erlangung einer Deckungsgleichheit von Nationalität und Staatsterritorium. Es äußerte sich aber darin, dass ein gleiches Stimmrecht der Nationen innerhalb der zu begründenden Bundesgemeinschaft eingefordert wurde – 
Stimmen nicht der Staaten, sondern der Nationen.13

Für Kallen konnte ein stabiler Friede nur unter Berücksichtigung von Nationalität als gegebenem Faktor menschlicher Existenz erreicht werden. Diesen verstand er als die Persönlichkeit einer Gruppe: »tradition is its memory; custom its habit; history its biography; language, literature, the arts, religion, are its mind.«14 Diese Elemente der kollektiven Persönlichkeit bildeten als spezifische Kultur den besonderen Charakter der Gruppe. Dass Nationalitäten als soziale Persönlichkeiten sich ihrer Unterdrückung und dem Versuch ihrer Auslöschung effektiv widersetzten, sah Kallen exemplifiziert allem voran in der Geschichte der Juden.15

Mithilfe der Analogie von Persönlichkeit und Gruppe gelang es Kallen, für eine Übertragung individueller Freiheiten auf Gruppen zu plädieren. Sein Bezugspunkt war dabei die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776. Im Jahr 1918 nun möge man deklarieren, dass alle Nationalitäten gleich und von ihrem Schöpfer mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, unter denen Leben, Freiheit und das Streben nach Glück sind. Um diese Rechte zu sichern, würden Regierungen eingesetzt, die ihre gerechte Gewalt aus der Einwilligung der Regierten beziehen.16 Kallen suchte damit zugleich seine ideal in der amerikanischen politischen Tradition angelegten Vorstellungen von Demokratie auf eine internationale Ordnung anzuwenden. Von der ›Declaration of Independence‹ und der Verfassung der USA gelangte er über das Prinzip der Nationalität zum Entwurf einer Verfassung der Menschheit.


Das entscheidende Hindernis ihrer Etablierung war für Kallen die Vorstellung von der absoluten Souveränität von Staaten. Sie sei einer neuen Friedensordnung abträglich, da sie keine Verantwortlichkeit innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft zulasse. »Each nationality wants sovereignty. And sovereignty is irresponsibility. Sovereignty is international anarchy.« Die gleiche Sicherung der Rechte unterschiedlicher Nationen sowie ihrer nach freier Entfaltung und Zirkulation suchende Kreativität könnten nach dem Souveränitätsprinzip nicht angemessen beschützt werden. In ihrer Verbindung also stellten ›Nationalität‹ und ›Souveränität‹ keinen Frieden her, sondern vervielfachten lediglich das Konfliktpotenzial.17

Vom ökonomischen Standpunkt aus betrachtet, hielt Kallen Souveränität zudem für illusorisch. Nationale Ökonomien seien von internationaler Abhängigkeit gekennzeichnet. Diesen Umstand anzuerkennen und auszubauen durch internationale Kontrolle von Handelswegen, stelle daher einen weiteren entscheidenden Schritt zur Erlangung eines belastbaren Friedens dar. So auch die Abkehr von protektionistischer Handelspolitik. Die Ökonomie der Menschheit sei international. »As soon as this economy is freed from the repressive stress toward exclusive sovereignty, it must of its own weight and momentum, automatically, prolong peace.«18

Dass Kallen eine analoge Denkbewegung in der Ablösung verschiedener Erscheinungsformen des Willens nach ›Souveränität‹ vollzog, war darin begründet, dass er der ökonomischen ebenso wie der staatlichen Sphäre eine ­sekundäre Stellung zuwies: Sie seien Instrument, nicht Zweck. Von primärem Interesse sei die kulturelle Entfaltung der Nationalität als sozialer Persönlichkeit, der die Ökonomie als materielle Basis diene. Eine internationale ökonomische Ordnung wird als grundlegend gedacht für die Befreiung von Nationalität und ihrer Kreativität.19

So sehr Kallen auch Woodrow Wilsons Friedensprogramm mit seiner Schrift zu unterstützen suchte, wich er zugleich in zentralen Aspekten substanziell von ihm ab. Kallen scheute auch nicht die Kritik am Präsidenten, insbesondere an dessen nationalistischer Rüge eines amerikanischen Selbstverständnisses, das sich ›hyphenated‹ nannte. Als illoyal und unpatriotisch von Wilson verstanden, entspreche ein amerikanisches Selbstverständnis des Bindestrichs – 
etwa ein amerikanisch-jüdisches – ganz grundlegend der menschlichen Existenz und würde einen Lösungsansatz für sämtliche Konflikte menschlicher Beziehungen anbieten. »Hyphenation is not political merely, it pervades the whole of life, increasing proportionately as civilization advances. […] Every man is a hyphenate. Every man is the centre of an aggregate of relationships, which are normally cooperative and frequently conflicting. Every man’s life is a constant compromise and choosing between alternatives […]. No man is, or can be, exclusively one thing and no other […].«20 Was für das Individuum gilt, treffe auch für Kultur oder Wissenschaft zu. Beide gehen beständig Austausch- und damit Bindestrichverhältnisse ein. Mehr noch, ›hyphenation‹ war für Kallen das entscheidende Charakteristikum einer Demokratie.21

Die Ausweitung des demokratischen Prinzips implizierte für Kallen eine weitere Übertragung neben derjenigen, die von der Freiheit des Individuums zu der nationaler Gruppen gelangt. Kallen verwies darüber hinaus auf die Herausbildung der Idee und Praxis einer Trennung von Religion und Staat, genauer: von religiöser Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft. Gerade die Sichtweise, dass Nationalität weitreichend an die Stelle von Religion getreten sei, nahm Kallen zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass eine Verquickung von Nationalität und Staatsbürgerschaft ebenso wenig notwendig sei, wie die Verknüpfung von Staatsbürgerschaft mit Religionszugehörigkeit. Demokratische Staaten seien per se pluralistisch verfasst.22 Der Versuch, nationale und politische Grenzziehungen in Einklang miteinander zu bringen, sei daher zum Scheitern verurteilt. Grenzen müssten, Kallen zufolge, auch nicht ethnischen Maßgaben folgen. Denn dem Staat falle gar nicht die Aufgabe zu, eine kulturelle Gruppe zu vertreten, sondern allein die Funktion eines Schiedsrichters einzunehmen oder – 
mit einem anderen Bild – die eines Verkehrspolizisten, der die freie Mobilität aller sichert. Seine Aufgaben seien administrativer Natur. Geografische Grenzen sollten dabei behilflich sein, deren Bewältigung in einer Weise zu unterstützen, die ökonomische und kulturelle Wechselbeziehungen ermöglichen – 
etwa durch die Gewährleistung eines gleichen Zugangs zu Wasserwegen und Schienennetzen.23

Kallen plädierte grundsätzlich gegen die Schaffung kleiner Nationalstaaten. Zu ihrer Selbstverwirklichung bot er den Nationalitäten Europas ein ­alternatives Modell zur politischen Souveränität an. Dieses wäre etwa in einem politischen Gemeinwesen Österreich-Ungarn-Serbien zu verwirklichen. Sofern es sich um eine gesicherte demokratische Union handeln würde, – so rechtfertigt Kallen seinen Vorschlag – würden Länder des Balkans ebenso Österreich annektieren, wie sie selbst annektiert werden würden. Es entstünde dann ein kooperatives ›Commonwealth‹, das in erster Linie eine politische und ökonomische Einheit darstellt. Der Schutz der Nationalitäten, die jenes Gemeinwesen bilden würden, sei allerdings auf internationale Absicherung und mögliche Interventionen angewiesen. Gerade die historische jüdische Erfahrung führte Kallen an, um auf die Notwendigkeit einer internationalen Autorität hinzuweisen, an die sich Minderheiten wenden können und die in die Belange der Einzelstaaten einzugreifen vermag.24

Das Vorbild in der Errichtung eines den Staaten übergeordneten Völkerbunds sah Kallen in der Begründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Denn angestrebt würde gleichfalls eine Einheit unter den Staaten, deren Gleichheit durch ein überstaatliches Recht zu sichern sei. In diesem Sinn erkannte Kallen in den 1777 entworfenen und 1781 ratifizierten ›Articles of Confederation‹ bereits ein internationalistisches Programm, dem es allein daran mangelte, den Kongress nicht mit ausreichenden Machtbefugnissen ausgestattet zu haben.25

Bereits im Jahr 1915, in dem sein Essay »Democracy versus the Melting-Pot« erschien, hatte Kallen etwa ein halbes Jahr nach dessen Publikation in derselben Zeitschrift The Nation auch auf die Genealogie seines Konzepts einer harmonischen Kooperation von Nationen hingewiesen. Es seien die biblischen Propheten mit ihrem Eintreten für soziale Gerechtigkeit und eine internationale Friedensordnung gewesen, welche die amerikanische Demokratie angeregt hätten. In dieser Tradition dachte Kallen auch den Zionismus: als einen jüdischen Nationalismus, der über sich selbst hinaus auf die Verwirklichung der internationalistisch verstandenen Ideen der Propheten im Aufbau einer ­demokratischen Föderation der Nationen hinwirkt.26

2. Zionismus aus amerikanisch-jüdischem Selbst­verständnis


Die Quellen der Tradition, die Kallen in seine Konzeptualisierungen von Pluralismus hat einfließen lassen, würde er selbst unter dem Begriff ›Hebraism‹ zusammenfassen. Er nutzte diesen, um von einer jüdischen Kultur zu sprechen, vom ›Geist‹ jüdischen Lebens, der weit mehr umfasse als die jüdische Religion. Mit ihm charakterisierte Kallen nicht zuletzt sein eigenes säkulares jüdisches Selbstverständnis. Bei seinen Quellen der Tradition handelte es sich dementsprechend nicht etwa um rabbinische Texte, also um Quellen der Traditionsliteratur. Er bezog sich vielmehr auf eine weitgespannte Tradition, die von den biblischen Propheten Israels und Judas bis zu amerikanischen Dichtern und Philosophen des Pragmatismus reichte. 


Kallen wurde 1887 im schlesischen Bernstadt als Sohn eines orthodoxen Rabbiners geboren und kam im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern in die USA. Er studierte von 1900 bis 1903 an der Harvard University in Cambridge und wurde 1908 bei William James (1842–1910) in Philosophie promoviert. In den Jahren von 1911 bis 1918 lehrte er an der University of Wisconsin in Madison und über 50 Jahre lang, von 1919 bis 1973, an der New School for Social Research in New York. 


Vom orthodoxen Judentum hatte sich Kallen in seiner Jugend gelöst und noch vor dem Studienbeginn hatten die Schriften Spinozas, die er unter den Büchern seines Vaters vorfand, einen prägenden Eindruck hinterlassen. Retro­spektiv schrieb Kallen im Jahr 1933, es sei der Gott Spinozas und Emersons ›Oversoul‹ gewesen, denen er sich in Abwehr der Gottesvorstellung seines ­Vaters zugewandt habe.27

In Harvard wollte er nicht als Jude wahrgenommen werden, sondern ausschließlich als Amerikaner. Erst durch den Unterricht in amerikanischer Literatur unter Barett Wendell (1855–1921) änderte sich dies. Wendell war der Biograph des Bostoner Geistlichen und Universalgelehrten der Frühaufklärung Cotton Mather (1663–1728) und sein wissenschaftliches Interesse galt ins­besondere dem Einfluss der hebräischen Bibel auf die Puritaner Neuenglands. Durch Wendell gelang Kallen zu der Überzeugung, dass die Puritaner des 
17. Jahrhunderts gänzlich in hebraischer Tradition gestanden hätten.


Diese Hinwendung zu einem säkularen jüdischen Selbstverständnis fand im Jahr 1902 statt. 1904 veröffentlichte er Gedichte in der Monatsschrift der ›Federation of American Zionists‹ The Maccabean, die die hebraische Tradition in Unterscheidung zur institutionalisierten jüdischen Religion evozierten und die Bedeutung der amerikanischen Judenheit für die zionistische Bewegung unterstrich.28 Das Jahr 1906 markierte sodann Kallens Eintritt in ein aktives Engagement für den Zionismus wie auch den Anfang der Dissemination von Kallens hebraisch-pluralistischen Ideen. Zum einen unterstützte Kallen 1906 die Begründung der ›Harvard Menorah Society‹ durch Henry Hurwitz (1886–1961), die 1913 mit weiteren universitären Zweigstellen in den USA in die 
›Intercollegiate Menorah Association‹ überging und sich zur erfolgreichsten jüdischen Campusinstitution in den Vereinigten Staaten vor dem Ersten Weltkrieg entwickelte. Der entscheidende Ideengeber des Menorah-Programms blieb dabei stets Horace Kallen. Die Zielsetzung der Society bestand darin, mithilfe der Stärkung hebraischer Kultur der Auflösung eines jüdischen Selbstverständnisses im nichtjüdischen akademischen Umfeld entgegenzuwirken, für ein säkulares Verständnis jüdischer Zugehörigkeit einzutreten und zugleich für ein inklusives Verständnis amerikanischer Nationalität.29

Zum anderen waren führende Mitglieder der ›Federation of American Zionists‹ auf Kallens Gedichte und damit auf einen jungen Intellektuellen aufmerksam geworden, der enthusiastisch für den Zionismus als Ausdruck eines säkularen jüdischen Selbstverständnisses eintrat. Kallen wurde 1906 als Sprecher einer Zusammenkunft der Federation eingeladen und sein Vortrag unter dem Titel »The Ethics of Zionism« bildete eine erste Gelegenheit, seinen amerikanischen Zionismus zu umreißen. So machte Kallen deutlich, dass er die Grundlage zionistischen Denkens und Handelns nicht im traditionellen jüdischen religiösen Denken sah und dass zionistische Aktivität nicht auf eine philanthropische Arbeit und Bekämpfung von Antisemitismus in der Diaspora ausgerichtet sein solle. Zionismus dürfe nicht auf Emotionen, sondern müsse auf einer rationalen Begründung beruhen, und dies nicht allein mit Blick auf die jüdische Nation. So sei der Beweis zu erbringen, dass die hebraischen Ideale einen Gewinn für alle Nationen darstellten und die jüdische Nation ein eigenes Territorium zur Entfaltung seiner kulturellen Eigenheit benötige.30

Als zionistischer Intellektueller erachtete es Kallen als seine erstrangige Aufgabe, in Amerika die Hinwendung einer kommenden Generation von Juden zu einem ›Hebraism‹ zu beförden. Mit dieser Zuwendung zur hebraischen Kultur würden junge amerikanische Juden zugleich zu Zionisten. Dabei hatte Kallen wohl nicht zuletzt sein eigenes von Barett Wendell angestoßenes Konversionserlebnis im Blick, das er auch in einem fiktionalisierten autobiografischen Text als ideelle Hinwendung zum Zionismus beschrieb, die erfolgt war, noch bevor er in zionistischen Organisationen aktiv wurde.31 Die nachhaltigste Wirkung auf den amerikanischen Zionismus hinterließ Kallen wenig später, im Zeitraum des Ersten Weltkriegs.


Den Zionismus, den Kallen mit denselben geistigen Grundlagen unterlegt sah wie die Idee Amerikas, verstand er als die zeitgemäße Ausdrucksform der hebraischen Tradition, ein zu verwirklichendes Ideal, das diese Tradition, mehr noch, am angemessensten in seiner amerikanischen Gegenwart repräsentiere. ›Hebraism‹ entsprach der amerikanischen Idee und Zionismus war für Kallen Ausdruck und Umsetzung beider. Mit diesem Verständnis prägte Kallen den amerikanischen Zionismus des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich. Unter ­europäischen Zionisten rief dieser massives Unverständnis hervor. In Amerika hingegen gelang es Kallen, Personen für ein zionistisches politisches Engagement zu gewinnen, die es zuvor abgelehnt hatten, als Amerikaner einen jüdischen Nationalismus zu vertreten.. Allen voran gilt dies für den prominenten Anwalt und Reformer des Progressive Movement sowie späteren Richter des U. S. Supreme Court Louis D. Brandeis (1856–1941), die führende Figur des amerikanischen Zionismus von 1914 bis 1921.32

In einer Rede, die Brandeis am 27. September 1914 in Bostons Symphony Hall hielt, beschrieb er seine durch Kallen angeregte Hinwendung zum Zionismus auf der Grundlage amerikanischer Ideale mit folgenden Worten: »My approach to Zionism was through Americanism. In time practical experience and observation convinced me that Jews were by reason of their traditions and their character peculiarly fitted in the attainment of American ideals. It became clear to me that to be good Americans, we must be better Jews, and to be better Jews, we must become Zionists.«33 Da die demokratischen Ideale Amerikas von den Juden bereits seit der Antike gepflegt worden seien und der Zionismus ihnen zu neuer Wirksamkeit zu verhelfen suche, sei es die Pflicht amerikanischer Juden, Zionisten 
zu sein.


In enger Zusammenarbeit mit Kallen restrukturierte Brandeis die zionistische Organisation und mit Blick auf Palästina machte er sich bereits 1915 an die Erarbeitung einer Verfassung für das neu einzurichtende Gemeinwesen. Diese Arbeit war von denselben Überzeugungen angeleitet, wie seine Unterstützung der Begründung des ›American Jewish Congress‹, die schließlich 1918 erfolgte. In seiner Korrespondenz mit Brandeis vom 24. September 1915 schrieb Kallen, dass das grundlegende Prinzip der gemeinsamen zionistischen Arbeit in der Verwirklichung von Demokratie mit Blick auf Individuen wie auf Gruppen bestehe. »Our intention […] is neither merely philanthropic nor merely cultural. It is democratic and international.« Hierzu zähle auch die Demokratisierung der amerikanischen Judenheit, verkörpert im American Jewish Congress.34

Von 1915 bis in das Jahr 1917 hinein, bevor Brandeis und Chaim Weizmann (1874–1952) eine persönliche Korrespondenz aufnahmen, sicherte Kallen ein Mindestmaß an Informationsaustausch zwischen den amerikanischen und britischen Zionisten, übermittelt durch Alfred Zimmern (1879–1957), der 1919 die weltweit erste Professur für internationale Politik antreten würde und mit dem Kallen seit 1912 eng befreundet war. Nach der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 konzentrierte sich Kallens zionistische Arbeit, stärker noch als zuvor, auf die Abfassung von Entwürfen zur unverzüglichen Errichtung ­eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina. Ihren bedeutendsten Niederschlag fanden diese im Pittsburgh-Programm des Jahres 1918. Dieses legte als Zielsetzung den Aufbau eines pluralistisch strukturierten Gemeinwesens fest, das die gleichen Rechte aller Bewohner des Landes unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion sichert. Bildungsgüter sollten allen gleichermaßen zugänglich sein, wie auch die Ressourcen des Landes; Industrie, Handel und Landwirtschaft seien so weit wie möglich kooperativ zu organisieren. Es handelte sich um das Programm eines am politischen und ökonomischen Aufbau des Landes orientierten amerikanischen Zionismus, versehen mit einem methodischen Ansatz, der sich aus Ideen des Progressive Movement speiste. Alle Überlegungen zur konkreten Umsetzung aber einte der Wunsch, das amerikanische Ideal der Demokratie, wie Kallen es der hebraischen Tradition entsprechend verstand, nach Palästina zu übertragen. Hier wiederum würde jüdische Kultur sich idealtypisch entfalten können, die Diaspora stärken und darüber hinaus als Vorbild globaler Demokratisierung dienen.35

Mit dem Amtsantritt von Brandeis als Richter am Supreme Court in Washington, D. C. ging eine zunehmende Isolierung Kallens und seiner Positionen innerhalb der zionistischen Organisation Amerikas, dem ›Provisional Executive Committee for General Zionist Affairs‹, einher. Als schließlich der amerikanische Zionismus von Kallen und Brandeis in der Auseinandersetzung mit Chaim Weizmann im Sommer 1921 unterlag, endete die Ära von Kallens unmittelbarer Aktivität zugunsten seines hebraisch-pluralistischen Zionismus.36Dieselben Ideen suchte er aber in den folgenden fünf Jahrzehnten auf immer wieder neuen Feldern umzusetzen. 


3. Assoziation und Übertragung: Von Hebraism zur Zivilreligion


Das am Dubnow-Institut in Leipzig durchgeführte Forschungsprojekt Protestantischer Kanon und jüdische Erfahrung in der Pluralismuskonzeption Horace M. Kallens untersucht, wie sich dessen Ideen aus jüdischer historischer Erfahrung heraus entwickelt haben, aber auch, wie sie im Laufe des 20. Jahrhunderts in neuen historischen Kontexten weitergedacht wurden. Dabei soll auch deutlich werden, wie Kallen sein Pluralismuskonzept nicht zuletzt im Rückgriff auf protestantisch konnotierte Denktraditionen formulierte. 


Barett Wendell ist nicht die einzige Person geblieben, die Kallen zu der Assoziation von Protestantismus und ›Hebraism‹ angeregt hat. 1869 hatte der englische Lyriker und Kulturkritiker Matthew Arnold (1822–1888) in seinem Essay Culture and Anarchy: An Essay in Political and Social Criticism die Reformation und insbesondere die Puritaner als hebraisch charakterisiert. Arnolds Zuschreibungen liegt die begriffliche Gegenüberstellung von ›Hellenism‹ und ›Hebraism‹ zugrunde. Während Hellenism intellektuell sei und seine Betonung auf dem Denken liege, sei Hebraism moralisch und achte in erster Linie auf richtiges Handeln. Beide hätten ihren Beitrag zur Menschheitsgeschichte zu leisten, müssten aber miteinander harmonisiert werden. So sei England, Arnolds Urteil zufolge, in zu starkem Maße hebraisch geprägt, die Tat habe über den Gedanken Oberhand gewonnen.37

Kallen knüpfte an Arnolds Begriffe von Hebraism und dessen Gegenstück Hellenism an, modifizierte aber ihren Gehalt. In seinem Aufsatz Hebraism and Current Tendencies in Philosophy von 1909 steht das Gegensatzpaar für zwei konträre Denkweisen: die hellenische suche die Harmonie der Struktur, das unveränderlich Ewige und sei statisch; die hebraische kenne dagegen die Veränderung, sei dynamisch und funktional. War die Geschichte der Philosophie zumeist eine Artikulation des Hellenismus, so sieht Kallen mit der Naturwissenschaft seiner Zeit und im Pragmatismus die Zeit für Hebraism gekommen.38

Der Text, der diesen in den Augen Kallens in idealtypischer Weise verkörpert, ist das biblische Buch Hiob. Ausgerechnet bei diesem Text aber handele es sich um eine griechische Tragödie in hebräischer Sprache. Kallens The Book of Job as a Greek Tragedy ist ebenfalls im Jahr 1918 erschienen. Während Kallen im ersten Teil des Buches seine These zu belegen sucht, dass der biblische Text gegen Ende des fünften Jahrhunderts vor der Zeitrechnung nach der Form 
einer euripidischen Tragödie verfasst wurde, gibt er im zweiten Teil den rekonstruierten Text in seiner, wie er meint, annähernd ursprünglichen Form wieder. Kallen war der Auffassung, dass Hiob neben Pro- und Epilog aus vier Akten bestand: den drei Dialogen und der Epiphanie als viertem Akt. Der Auftritt Gottes wurde zum Pendant des deus ex machina. Die Chorpassagen seien zu einem späteren Zeitpunkt durch einen Bearbeiter von ihrem ursprünglichen Ort entfernt und innerhalb der Dialoge untergebracht worden, um die formale Nähe zu einem griechischen Drama zu verschleiern und damit die Kanonizität des Texts zu sichern.39

Doch was macht Hiob, in seiner griechischen Form, zu dem Text der hebraischen Tradition schlechthin? Kallen sah in dem Autor von Hiob einen Rebellen gegen die Etablierung des Judentums unter der Dominanz des rituellen Dogmas, vertreten durch die Priesterschaft. Er sah ihn in der Tradition der Propheten, die soziale Gerechtigkeit anstatt einer Rechtschaffenheit gefordert hätten, die sich auf den Vollzug des Ritus gründet. Anders als die übrigen literarischen Formen biblischer Bücher sei die Tragödie geeignet, um Zweifel und Anschuldigung zu formulieren und um orthodoxe theologische Paradigmen herauszufordern. Der Gott Hiobs erweist sich, folgt man Kallens Lesart des Texts, als der Gott protestantischer Propheten und zugleich als der des amerikanischen Pragmatismus. Seine Gerechtigkeit ist eine Gerechtigkeit der Gleich-Gültigkeit. Gott müsse, Kallens Lesart von Hiob zufolge, in derselben Weise gedacht werden, in der er sich in der Natur und Gesellschaft über Erfahrung offenbare. Nur ein anthropomorph imaginierter Gott könne einen Lebensweg dem Anderen vorziehen und diese Präferenz durch Lohn und Strafe kenntlich machen. Gott transzendiere jede partikularistische menschliche Sichtweise und bevorzuge keine einzige. Als Ursache allen Lebens übe Gott gleiche und unparteiische Gerechtigkeit aus, indem alle ungehindert ihre Natur entfalten könnten.40 Es ist dieser hebraische Gott des Buches Hiobs, den Kallen erneut in den 1950er Jahren evozierte, um sein Pluralismuskonzept als Zivilreligion neu zu formulieren.


Mithilfe einer gemeinsamen amerikanischen Religion der Religionen suchte Kallen nun die Vielfalt aus einem spezifischen Glauben heraus abzu­sichern. Diese Zivilreligion hat Kallen am ausführlichsten in seinem Essay 
Secularism Is the Will of God aus dem Jahr 1954 präsentiert.41 Er verstand sie als einen alle bestehenden religiösen Gemeinschaften transzendierenden und diese so zur Einheit in der Vielfalt führenden Glauben. In seinem sozialphilosophischen Essay Cultural Pluralism and the American Idea von 1956 versah Kallen diese amerikanische Zivilreligion zudem mit einem Kanon, den er als die ›Bibel Amerikas‹ bezeichnete. Anhand dieses Korpus würde die historische Entfaltung der pluralistischen Idee sichtbar und Übertragungen in Gegenwart und Zukunft angeregt werden. Der Ausgangspunkt jenes gemeinsamen Glaubens aber, dessen Wegbereiter Kallen in nonkonformistischen Protestanten sah, markierte für Kallen die ›Declaration of Independence‹. In formaler Anlehnung an die hebräische Bibel gliederte Kallen die Variationen und Erneuerungssequenzen dieser Uroffenbarung in eine Tora aus rechtlichen und politischen Schriften und in die Propheten und Schriften, bestehend aus literarischen und philosophischen Texten.42 Innerhalb dieser säkularen Bibel kam den Propheten, der literarischen Tradition, eine besondere Bedeutung zu. Bereits in seinen frühen Texten hatte Kallen zahlreiche Formulierungen und Denkfiguren literarischen Texten entlehnt. Mehr noch, seine sozialphilosophischen Ideen sind von deren Rezeption entscheidend angestoßen worden. Kallens Zugriff auf literarische Texte, die er als prophetisch verstand, lag nicht zuletzt seine im Konzept von Hebraism implizierte Gegenüberstellung von Priestern und Propheten zugrunde. So ist es der säkulare Dichter-Prophet – 
etwa Walt Whitman oder auch Kallen selbst –, als die Verkörperung nichtinstitutioneller Religion und einer auf Wandel ausgerichteten Tradition, der autoritativ über und zu Amerika spricht.


1918 – das bedeutete für Kallen zum einen die Herausforderung, angesichts einer notwendigen neuen Nachkriegsordnung und angeleitet von jüdischer historischer Erfahrung nationale Zugehörigkeit neu zu definieren. Zum anderen stellt die Zeit vor der Aufnahme von Friedensverhandlungen für ihn einen besonderen Möglichkeitsraum dar, der die Hoffnung nährte, eine Vision der Orchestrierung kultureller Differenzen im globalen Maßstab zu verwirklichen. Diese hatte Kallen bereits wenige Jahre zuvor mit Blick auf die Ver­einigten Staaten von Amerika entwickelt und dabei auf die Traditionsbestände ihrer politischen Kultur zurückgegriffen, um auf die in ihr angelegten Ideale zu verweisen, die es in kulturellem Pluralismus zu verwirklichen gelte. Eine Genealogie von Kallens Überlegungen zur Nachkriegsordnung, die sich in seiner Schrift The Structure of Lasting Peace niederschlugen, umfasst jedoch mehr als die Übertragung seiner pluralistischen Vorstellung von amerikanischer Demokratie auf die globale Ebene. Beide, wie auch sein zionistisches Engagement, reichen zurück auf Kallens Hinwendung zu einem säkularen jüdischen Selbstverständnis, verortet in der Tradition der Propheten. Mit seinen vielschichtigen Assoziierungen dieser Tradition, insbesondere mit der Philosophie des amerikanischen Pragmatismus, kreiert Kallen selbst kulturelle Bindestrichverhältnisse. Diese erlaubten es ihm, auch einen protestantischen amerikanischen Kanon des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit jüdischen historischen Erfahrungen im Sinne politischer Gestaltung aus Quellen der Tradition fruchtbar zu machen. 


  1. 1Der folgende Text geht auf einen Vortrag zurück, der im Rahmen der Tagung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig »Aufbruch im Zusammenbruch? Die Jahre 1918/19 in mitteldeutscher Perspektive« am 23. November 2018 gehalten wurde. Präsentiert wurde dabei eine amerikanische Perspektive auf Möglichkeiten und Erfordernisse einer europäischen und, mehr noch, globalen Friedensordnung, die vor einem jüdischen Erfahrungshintergrund entwickelt wurde.

  2. 2Zur Person und zum Werk Kallens siehe Matthew J. Kaufman, Horace Kallen Confronts America. Jewish Identity, Science, and Secularism, Syracuse, N. Y. 2019; Jacques Picard, »Horace Kallen (1882–1974). Pragmatic Modernism«, in ders. u. a. (Hg.), Makers of Jewish Modernity. Thinkers, Artists, Leaders, and the World They Made, Princeton, N. J./Oxford 2016, S. 220–232; Daniel Greene, Art. »Pluralismus«, in Dan Diner im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hg.), Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK), Bd. 4: Ly–Po, Stuttgart/Weimar 2013, S. 567–572; Milton 
R. Konvitz, Nine American ­Jewish Thinkers, New Brunswick, N.J. 2000, S. 7–21; Susanne Klingenstein, Jews in the American Academy, 1900–1940. The Dynamics of Intellectual Assimilation, New Haven / London 1991, S. 43–50; Milton R. Konvitz (Hg.), The Legacy of Horace 
M. Kallen, Rutherford 1987.

  3. 3Horace M. Kallen, »Democracy Versus the Melting-Pot. A Study of American Nationality«, in The Nation 100 (18. Februar 2015), S. 190–194; fortgesetzt in The Nation 100 (25. Februar 1915), S. 217–220.

  4. 4Horace M. Kallen, Culture and Democracy in the United States [New York 1924]. With a New Introduction by Stephen J. Whitfield, New Brunswick, N. J., 1998, S. 1–35 [Postscript–To be read first: Culture and the Ku Klux Klan], hier S. 3; ebd., S. 59–117 [Democracy versus the Melting-Pot].

  5. 5Insbesondere setzte sich Kallen mit dem Werk des Soziologen Edward A. Ross (1866–1951) kritisch auseinander, einem Kollegen Kallens an der University of Wisconsin in Madison: Ross, The Old World in the New. The Significance of Past and Present Immigration to the American People, New York 1914. Vgl. Israel Zangwill, The Melting Pot. Drama in Four Acts, New York 1909.

  6. 6Kallen, Culture and Democracy (Fn. 4), S. 116 f.

  7. 7Ebd., S. 103–106.
  8. 8Vgl. Lewis S. Feuer, »Horace M. Kallen on War and Peace«, in Modern Judaism 4/2 (Mai 1984), S. 201–213, hier S. 201.

  9. 9Horace M. Kallen, The Structure of Lasting Peace. An Inquiry into the Motives of War and Peace, Boston 1918, S. vii.

  10. 10Siehe ebd., S. x–xiii. Zur Genese von Wilsons Plänen aus der pragmatistischen Tradition von William James vgl. Trygve Throntveit, Power Without Victory. Woodrow Wilson and the American Internationalist Experiment, Chicago/London 2017.

  11. 11Kallen, Structure of Lasting Peace (Fn. 9), S. 5–10.

  12. 12Ebd., S. 162 f.

  13. 13Ebd., S. 13–21, 33, 163 f.

  14. 14Ebd., S. 25 f.

  15. 15Ebd., S. 53.

  16. 16Ebd., S. 32.

  17. 17Ebd., S. 34 f., Zitat: S. 34.

  18. 18Ebd., S. 39–57, Zitat: S. 51.

  19. 19Ebd., S. 51–53.

  20. 20Ebd., S. 61 f.

  21. 21Ebd., S. 66 f.
  22. 22Ebd., S. 32, 72–77.

  23. 23Ebd., S. 76, 88–90.
  24. 24Ebd., S. 35, 77, 91–97.

  25. 25Ebd., S. 136–158, 165–169.

  26. 26Horace M. Kallen, »Zionism and the Struggle towards Democracy«, in The Nation 101 (23. September 1915), S. 379 f., hier S. 379; siehe auch ders., »Nationality and the Hyphenated American«, in The Menorah Journal 1/2 (April 1915), S. 79–86, hier S. 81; Noam Pianko, Zionism and the Roads Not Taken. Rawidowicz, Kaplan, Kohn, Bloomington, Ind. 2010, S. 26–59, hier S. 41; ders., »›The True Liberalism of Zionism.‹ Horace Kallen, Jewish Nationalism, and the Limits of American Pluralism«, in American Jewish History 94/4 (2008), S. 299–329, hier S. 316–324; Sarah Schmidt, Horace M. Kallen. Prophet of American Zionism, Brooklyn, N.Y. 1995, S. 38.
  27. 27Schmidt, Horace M. Kallen (Fn. 26), S. 21.

  28. 28Ebd., S. 24. Siehe Horace M. Kallen, »The Maccabean«, in The Maccabean 6 
(Januar 1904), S. 6; ders., »The False Hope«, in The Maccabean 7 (Dezember 1904), S. 293.

  29. 29Daniel Greene, The Jewish Origins of Cultural Pluralism. The Menorah Association and American Diversity, Bloomington, Ind. 2011, S. 1–7, 14–35, 63 f., 178–180.

  30. 30Schmidt, Horace M. Kallen (Fn. 26), S. 25 f. Siehe Horace M. Kallen, »The Ethics of Zionism«, in The Maccabean 11 (August 1906), S. 61–71.

  31. 31Siehe Horace M. Kallen, »A Convert in Zion [1916]«, in ders., Judaism at Bay. Essays Toward the Adjustment of Judaism to Modernity, New York 1932, S. 57–66.

  32. 32Schmidt, Horace M. Kallen (Fn. 26), S. 52–65, 89–96; siehe auch dies., »The Zionist Conversion of Louis D. Brandeis«, in Jewish Social Studies 37/1 (1975), S. 18–34. Vgl. Melvin I. Urofsky, Louis D. Brandeis: A Life, New York 2009, S. 399–429, 515–544.

  33. 33Barbara Ann Harris, Zionist Speeches of Louis Dembitz Brandeis. A Critical Edition, Ph.D. Dissertation, University of California, Los Angeles 1967, S. 100.

  34. 34Schmidt, Horace M. Kallen (Fn. 26), S. 70–76, Zitat nach ebd., S. 76.
  35. 35Ebd., S. 97–120.
  36. 36Ebd., S. 107–111, 121–146. Siehe auch das überwiegend auf die Jahre von 1914 bis 1921 zurückblickende Werk: Horace M. Kallen, Zionism and World Politics. A Study in History and Social Psychology, Garden City, N.Y. 1921, hier S. 131–335. Zum Ringen zwischen Brandeis und Weizmann um die Zukunft der zionistischen Bewegung vgl. Ben Halpern, A Clash of Heroes. Brandeis, Weizmann, and American Zionism, New York / Oxford 1987.

  37. 37Matthew Arnold, Culture and Anarchy. An Essay in Political and Social Criticism, London 1869, S. xvi, xxxiii, lviii–lx, 142–197, 263 f.

  38. 38Horace M. Kallen, »Hebraism and Current Tendencies in Philosophy [1909]«, in ders., Judaism at Bay. Essays Toward the Adjustment of Judaism to Modernity, New York 1932, S. 7–15.
  39. 39Horace M. Kallen, The Book of Job as a Greek Tragedy. Restored with an Introductory Essay on the Original Form and Philosophic Meaning of Job, New York 1918, S. viii–xii, 3–38; Kallens Rekonstruktion des Hiob-Texts: ebd., S. 86–163.

  40. 40Ebd., S. 41–78.

  41. 41Horace M. Kallen, Secularism Is the Will of God. An Essay in the Social Philosophy of Democracy and Religion, New York 1954. Siehe aber etwa auch ders., Democracy’s True Religion, Boston 1951. Zu historischen Traditionen amerikanischer Zivilreligion vgl. Philip Gorski, American Covenant. A History of Civil Religion from the Puritans to the Present, Princeton, N. J./Oxford 2017. Kallen findet hier jedoch keine Erwähnung. Zu dessen Entwurf einer Zivilreligion siehe Friedrich Jaeger, Amerikanischer Liberalismus und zivile Gesellschaft. Perspektiven sozialer Reform zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Göttingen 2001, S. 365–371.

  42. 42Horace M. Kallen, Cultural Pluralism and the American Idea. An Essay in Social Philosophy, Philadelphia 1956, S. 61–64 und insbes. S. 86–100.
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Heft 21 (2020)
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